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 Post subject: Meisterin und Schüler
 Post Posted: Sun Apr 28, 2013 7:14 am 
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Schwertjunker

Joined: Thu Mar 21, 2013 8:59 pm
Posts: 2
Das Lager lag still, nur heftiges Schnarchen war hier und dort aus den Zelten zu hören. Und Kratzen ... Feder auf Pergament.
Chattras saß vor seine Lampe gebeugt, das spärlicher werdende Licht noch einzufangen. Diese Sache sollte heute Nacht endlich fertig werden.
Er arbeitete nun schon geraume Zeit daran. Man hatte ihm inzwischen recht deutlich zu verstehen gegeben, dass die lebende Hand seine besonderen medizinischen Methoden durchaus nicht schätzte. Die Soldaten waren zwar durchaus freundlich, aber bei Verwundungen ...
Nun, sie konnten erstaunlich erfinderisch werden, wenn es darum ging, Paradigma-induzierte - magische, wie man es hier nannte - Genesung zu vermeiden.
Chattras seufzte. Ignoranz war doch überall gleich. Anstatt über die simple, körperliche Erfahrung hinauszublicken, den größeren Zusammenhang zu sehen, die erhabene Dimension des scheinbar Realen zu begreifen ...
Man jammerte, weil es "unaussprechlich weh" tat. Aber es ließ sich scheinbar nicht ändern. Und es zwang den Schüler zum Denken. Schmerz, ALGEDOON, das war ja nicht nur diese eine Empfindung. Es ist Wachstum, Verzehren, Begehren ... und möglicherweise ließ sich auf dieser Ebene etwas tun.
Chattras wusste, dass ein derartiges Unterfangen seine Zeit brauchen würde. Die besondere Empfindung beim Genesungsprozess konnte man nicht so einfach modifizieren. Für den Anfang sollte ein Experiment genügen.
Eine simple Invokation von Schmerz in einer anderen Form. Etwas, dass die Truppe eher akzeptieren konnte.
Die Beschwörung, die er gerade niedergeschrieben hatte, war an sich eher nutzlos. Für den Kampf so kaum zu gebrauchen, und außerhalb davon - Chattras konnte sich nicht vorstellen, dass die O Kosh etwas damit anzufangen wussten. Vielleicht gab es eine kommerzielle Nutzungsform. Nun ja. Hier war es. Eine erste Näherung. Denn was war ein grundlegendes Element des Fleischlichen, hm?


Chattras' ekstatische Verzückung

Material:
Wie bei einer Beschwörung des Mysterium Somai üblich ist die wichtigste Komponente der Leib des Anwenders selbst. Als Foki des Schmerzes mögen leuchtende Flammen dienen, aufbewahrte Essenzen des Fleischlichen (Blut, Muskel, verschiedene Ausschüttungen) sowie schriftlich fixierte Erkenntnisse aus dem Lehrzyklus.

Technik:
Der Beschwörer besinnt sich auf die Lehren des Mysterium Somai im Allgemeinen und die Erkenntnis des endlosen Schmerzes im Besonderen. Er ruft sich die Frage des Dar-Athanos nach der Essenz des Werdenden in Erinnerung.
(Andere Anwender mögen andere "Shakren" verwenden.)
Der Beschwörer ergreift sein Ziel mit der unbedeckten Hand direkt auf der Haut. Der Ort ist gleichgültig, der direkte, fleischliche Kontakt ist es nicht.
Der Beschwörer invoziert das Paradigma des Schmerzes in der Form der Ekstase.

Keleuo kai Omnyno to Algedoon Apeiron
Ich beschwöre den endlosen Schmerz
Kraft der wahrhaftigen, einzigartigen Erkenntnis, die mir nach den Lehren des Mysterium Somai zuteil wurde.
Ich gebiete, fahre in diesen Leib und erfülle ihn mit dem Schmerz, der Entzücken. ist. Erzwinge das unerfüllbare Begehren, welches in allem Fleisch verborgen liegt - und erfülle es.


Die letzten drei Worte invozieren das Fleisch. Währenddessen wird ein so starker (und schmerzhafter) Druck wie nur möglich ausgeübt.

Beabsichtigte Wirkung.
Das Paradigma des Schmerzes erfüllt den Körper und lässt ihn in ungezielten, krampfartigen Zuckungen zusammenbrechen. Der Krampf wird dabei als positiv, fast ekstatisch empfunden.
Die Zuckungen verstärken und häufen sich, insbesondere in der Unterleibsregion. Schließlich tritt eine finale Konvulsion ein, in deren Verlauf es auch zur Entleerung mancher Drüsen kommen kann. Das Ziel empfindet dies als im höchsten Maße angenehm und wird auch danach noch von einem beruhigenden und befriedigenden Gefühl von Erfüllung bestimmt.


Chattras stand auf, faltete das Pergament und band es zusammen. Mit ein wenig Glück würde die Graue Eminenz Feldforschungen auf diesem Gebiet genehmigen. Gleich am Morgen würde er ihr die Invokation auf den Tisch legen ...


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 Post Posted: Sun May 26, 2013 3:02 pm 
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Kanonbeauftragter

Joined: Mon Apr 11, 2011 7:27 pm
Posts: 144
Etwas Zeit war ins Land gegangen nachdem Chattras Taja seine Invokation bzw. seine Pläne zur Invokation auf den Tisch gelegt hatte.
In der Tat erfreute es Taja sehr, dass er sich um das wohl der Soldaten und auch seinen Ruf bei den Truppe und sicher auch beid en O kosh selbst gedanken machte.
Auch wenn der Plan nun in das komplette Gegenteil seiner bisherigen Wirkweise abzudriften mit Sicherheit auch für schräge Blicke sorgen würde. Insbesondere bei verbündeten, war ihr da sicher die Schmerzvariante fast noch lieber als die Orgasmische, aber vielleciht konnte er ja auf diese Weise eine Art mittelweg entwickeln...

Taja nah noch einmal den Invokationsschrieb in die Hand und prüfte ihre bisherigen Gedankegänge. Sie wollte Chattras nur das mitteilen was sie für unbedingt relevant hielt. Den Rest - so dachte sie als seine Lehrerin - müsste er in seinen Feldforschungen selber heraus finden. Schon gar, da es an der einen oder anderen Stelle mit sicherheit interessante Nebenwirkungen geben konnte, die vielleicht ihrerseits neue Forschungserkenntnisse liefern konnten.

Danach legte sie den Schireb ab, nippte an ihrem Tee und erwartete Chattras, anchdem sie vor einigen Minuten hatte schicken lassen. Ein persönliches Gespräch über seine Ideen und Konzepte war mit Sicherheit das erhellenste für Chattras.

Schon hörte sie Schritte von draussen kommen. Taja gebot ihrem treuen Dienstzobie Chess auch in das zweite Teegedeck heißen Tee zu füllen.
Als Chattras eintrat erblickte er die Graue Eminez an einem grßen Schreibtisch sitzend, eine Teetasse in der rechten, seine Invokation in der linken Hand. Auf ihrem Schreibtisch Türmten sich verschiedene Bücher mit teils unbekannten Schriften und Symbolen. Mehrere Tintenfässe in verschiedenen Farben und diverse Federkiele und weitere Schreibutensilien, waren eher achtlos beiseite geschoben worden. Ihr gegenüber stand ein gemütlicher Sessel der ihrem eigenen glich und als er den Raum betrat, stellte Taja die Teetasse ab und lächelte sanft.


"Wie schön, dass ihr so schnell kommen konntet wehter Chattras. Ließ ich euch doch so lange auf meine Antwort und Entscheidung warten!
Setzt euch! Ich möchte gerne mit euch über euren Vorschlag sprechen! Den ich im übrigen für vielversprechend halte. Auch wenn er mir zugegebenermaßen ein leichtes Schmunzeln auf Gesciht zauberte!"

- Ihre Graue Eminez Taja Afarit -


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 Post Posted: Tue May 28, 2013 12:45 pm 
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Schwertjunker

Joined: Thu Mar 21, 2013 8:59 pm
Posts: 2
Der Adept des Mysterium Somai hatte die vergangenen Tage nicht untätig verbracht. Natürlich erforderte die Rolle des Schülers einiges an Aufmerksamkeit, und auch die Waffenübungen mit der Truppe. Aber darüber hinaus hatte Chattras noch eine Reihe eigener Projekte - unabhängig von der O Kosh not Un. Es war wichtig, sich in seinem Geistesleben einen Freiraum zu halten ...

Er hatte es bislang nicht gewagt, die Ekstase auf ein lebendiges Ziel zu fokussieren - die Meister der Zuflucht nahmen ihre besondere Interpretation von "Freiwilligkeit" recht ernst. Er musste sich mit einfachen Beschwörungen paradigmatischer Essenzen begnügen.
Daher war er auch ein wenig abgekämpft. Diese Erfahrungen zehrten an seinem begrenzten Leib. Zum Glück war die Küche im Lager noch immer sehr gut und die Wäsche wurde auch regelmäig gemacht.

Chattras, wie üblich in seinen Wollumhang gehüllt, schritt forsch durch den Zelteingang. Die langen Ärmel seiner Haustracht verbargen Bandagen, welche die Arme umhüllten. Eine angemessene Verbeugung - inzwischen hatte er eine Balance zwischen Unterwerfung und Selbstachtung gefunden. Die Graue Eminenz schien zumindest damit zufrieden.
"Dass eure graue Eminenz Zeit für mein bescheidenes kleines Projekt gefunden haben, ist mir bereits eine hohe Ehre."
Der Schüler (jetzt war er ganz Schüler) nahm behutsam Platz, ignorierte den Tee. Obgleich er sich gelassen gab, zerrte doch Ungeduld an seinen Nerven. Daher gestatte er sich auch einen Moment riskanter Eigeninitiative und fuhr fort:
"Eurem besagten Schmunzeln mag ich entnehmen, dass euch die besonderen ... Implikationen meiner Arbeit nicht entgangen sind? Ich gebe gern zu, die Wirkung mag extrem erscheinen. Doch zeigt sich das Paradigmata eben am einfachsten im Extrem ... und es ist ja auch nur eine erste Näherung."
Dann schwieg er, und lehnte sich zurück. Vielleicht hätte er ein wenig Vorgeplänkel abwarten sollen. Doch hier ging es um wichtige Punkte.
Namentlich, wann er endlich einen Dummen finden durfte, an dem er die ekstatische Verzückung ausprobieren konnte.


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