Corvan O’vanion – Schwertmeister des Sturmtodes

Corvan O'vanion - Schwertmeister des Sturmtodes

Corvan O'vanion - Schwertmeister des Sturmtodes

Corvan blickte zurück auf die Burg seines Vaters und fragte sich, wie es soweit hatte kommen können. noch vor ein paar Wochen war sein Leben so unbeschwert und glücklich gewesen,wie man es sich nur vorstellen konnte. Er verbrachte seine Tage mit Reiten, Jagen und Schwertübungen, stellte den Mägden nach und spielte seinem Hauslehrer Streiche. Das schlimmste, was er sich hatte vorstellen können, war eine Tracht Prügel von seinem Vater zu bekommen, weil er mal wieder ausgebüchst war, um in der Dorfschänke den Barden zu lauschen anstatt seine Lektionen in Geschichte und Politik zu lernen. Nun das hatte er jetzt nachgeholt. Und die Lektion war bitter, wie alle Lektionen des Lebens.

Es war vor drei Wochen als sein Vater Lord Alec O’Vanion mit zwei Dutzend Männern fortgeritten war, um sich einer Schar Räubern anzunehmen, die seit einiger Zeit ihr Unwesen in den Wäldern südlich trieben. Es war keine besondere Angelegenheit. Sein Vater hatte Corvan erklärt es sei seine Pflicht als Führer des Clans der O’Vanion seine Untertanen vor solchen Strauchdieben zu beschützen. Corvan hatte darum gebettelt seinen Vater begleiten zu dürfen, doch dieser meinte er sei noch nicht so weit. Wäre Corvan doch nur mitgegangen. Er hätte es bestimmte verhindern können. Hätte seinen Vater vor dem Pfeil gewarnt, hätte ihn zur Seite stoßen können. Irgendetwas.

Aber nun war sein Vater tot und Corvan schlich in die Nacht hinaus, fort von der Burg, die nun seine hätte sein sollen. Er hätte jetzt der rechtmäßige Lord O’Vanion sein sollen. Stattdessen war nun sein Onkel Bruce Herr über den Clan, mögen die Geister der Ahnen ihn heimsuchen und für seinen Verrat bestrafen. Bruce! Der Betrüger! Der Verräter! Er hatte sich einschmeicheln wollen. Sagte er, wolle sich Corvans und seiner Mutter annehmen. Doch Corvan hatte ihn durch schaut, alles nur Fassade. Die freundlichen Worte die guten Ratschläge, er wollte die Macht für sich. Und er hatte sie bekommen. Die Ältesten des Clans waren sich alle einig gewesen. Corvan war mit seinen vierzehn Jahren zu jung um den Clan zu führen. In diesen schwierigen Zeiten brauchten die Menschen jemanden, der sie mit Erfahrung führen konnte, jemanden wie Bruce. Corvan hatte getobt und geschrien. Wie konnten sie es wagen. Er war Corvan Alecs Sohn rechtmäßiger Lord O’Vanion. Und er würde auf seinem Recht bestehen. Und so forderte er, sich auf die alten Traditionen berufend, seinen Onkel zum Zweikampf. Oh, wie hatten sie gelacht. Nur Männer hätten das Recht dazu und ein Mann sei er noch längst nicht. Die Wut stieg in ihm auf. Er spürte den Klos in seinen Hals, spürte wie sein Gesicht heiß wurde. Vor Wut wurden seine Agen feucht. Oh Nein! Diese Genugtuung würde er ihnen nicht geben, ihn hier weinen zu sehen. Also lief er fort.

Er dachte nicht lange nach. Er wollte nur weg, fort von hier. Sein Onkel würde ihn doch sowieso nicht am Leben lassen. Corvan wusste, wie das funktionierte. Er kannte die alten Geschichten von Macht und Verrat. Solange er selbst am Leben war wäre sein Onkel bedroht, also hätte Bruce gar keine Wahl als ihn zu töten. Aber das würde er nicht schaffen. Eine halbe Stunde später hatte Corvan ein paar Sachen gepackt und stand in der Waffenkammer. Vor ihm lag Eisenklinge das Schwert seines Vaters, beinahe anderthalb Schritt lang und ohne Verzierungen. Die Waffe eines Krieges nicht die eines Herrschers und dennoch war diese Waffe seit drei Generationen das Symbol der Macht der O’Vanions. Wenigstens ein kleiner Triumph an diesem Tag. Jetzt war das Schwert auf den Rücken seines Pferdes geschnallt. Corvan hielt den Blick unverwand auf die Burg gerichtet. Und leistete einen bitteren Schwur:

Eines Tages würde er zurückkehren, mit Männern. Und dann würde er sein Recht fordern und sie würden nicht mehr lachen. Dann müsste ihm Bruce gegenübertreten und Corvan würde seine Rache bekommen.

Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Die nächsten Jahre waren hart und Corvan musste noch manche bittere Lektion lernen. Er zog durch die Lande und schlug sich durch. Bis er Jahre später abgerissen und völlig am Ende in einer Taverne einem Werber der O’Kosh not Un gegenübersaß. Guter Sold, drei Mahlzeiten am Tag, die Aussicht auf reiche Beute und bei treuen Diensten ein Auskommen als Bürger der Zuflucht. Er müsse sich nur hier einschreiben und damit bei der Lebendigen Hand der O’kosh not Un verpflichten.
Anfangs wollte Corvan nur ein Auskommen um eine Weile über die Runden zu kommen und Kampferfahrung zu sammeln. In den Reihen der Soldaten fand er jedoch etwas was er bis dahin nur selten erfahren hatte. Echte Kameradschaft, wie man sie nur zwischen Männern findet, die Seite an Seite kämpfen und sich blind auf den anderen verlassen müssen. Die Ausbildung, die er in seiner Kindheiten durchlaufen hatte, machte sich nun bezahlt. Es zeigte sich, dass er ein gewisses Talent hatte Männer zu führen, und so wurde er rasch befördert. Mit jedem Einsatz wurde das Band enger, dass Corvan mit den Soldaten seines Trupps verband. Der Sache der O’Kosh fühlt er sich zwar nach wie vor nur wenig verpflichtet, für die Männer an seiner Seite jedoch würde er durchs Feuer gehen.

Tief in ihm brennt aber noch immer der Wunsch eines Tages in seine Heimat zurückzukehren und Rache zu nehmen.