Ayela Zhalam – Novizin des 9. Grades der O kosh not Un

Ayela Zhalam - Novizin der O kosh

Ayela Zhalam – Novizin der O kosh

Ayela ist ein klassisches Kind der Zuflucht und entstammt einer bereits über Generationen zu den O kosh not Un gehörigen Familie, der sie alle Ehre macht.  Die Familie Zhalam sehr bedacht darauf, ihre Macht auszubauen. Dementsprechend müssen auch die Kinder durch außergewöhnliche Leistungen und dem nötigen Ehrgeiz zum Prestige der Familie beitragen.

Ayelas Bruder Kara hat bereits den Rang eines Meisters erreicht und bildet nun junge O Kosh an der Akademie aus. Ein besonderes Verhältnis hat Kara zu seinem Vater, Evelon Zhalam. Dieser, selbst ein mächtiger O kosh Großmeister und Ratsmitglied, hatte bereits in vielen Schlachten große Auszeichnungen für die Familie erhalten. Er weigerte sich standhaft, seine Kontakte zu nutzen, um seinen Kindern zu hohen Posten zu verhelfen. Er lehrte sie, sich durchzusetzen und durch eigene Kraft und Leistung ihren Weg zu gehen – oder eher den für sie von der Familie Vorgesehenen. Seine Frau hatte Evelon bereits während Studienzeiten an der Akademie kennengelernt. Die Familie Zhalam steht sich trotz allen Leistungsdrucks sehr nahe und würde stets zusammen halten.

Auch Ayela wurde, sobald sich zeigte, dass sie magische Begabung besaß, auf ihre Laufbahn an der Akademie vorbereitet. Schon am Kindbett las ihre Mutter Vedaia ihr theoretische Werke der Gründer und anderer Nekromanten vor und erzählte ihr die Geschichte Eternas. Besser gesagt, las sie ihr Geschichtsbücher vor. Vedaia war weniger bewandert in der Magie, um so mehr jedoch in Geschichte und Politik, was sie versuchte ihrer Tochter mit auf den Weg zu geben. Denn Wissen ist Macht. So verwundert es nicht, dass Ayela wenige Schwierigkeiten mit dem Lehrplan an der Akademie hatte und sich in ihrer Freizeit mehr auch mit den eher unorthodoxen Strömungen der Nekromantie befassen konnte. Ganz nach dem Willen ihrer Familie strebte Ayela bereits in jungen Jahren danach, die Unithesis eigenhändig zu entwickeln, so wie es die Gründer vor ihr taten. Dazu brauchte sie jedes erdenkliche Wissen über die Essenz – auch das Kerghans, des Mächtigsten der Gründer, und der Friedensbringer. Sie absolvierte die Akademie mit Bestnoten, auch wenn sie stets den dunklen Künsten mehr zugeneigt war als der Heilkunst, schienen die Künste des Todes ihr doch deutlich vielversprechender und anspruchsvoller. Sollten doch diejenigen sich mit der Heilerei beschäftigen, die über weniger Potenzial verfügten.

Die Abendessen der Familie waren geprägt von Diskussionen über Theorie und Praxis der Essenz. Auch das Thema Kerghan und Friedensbringer wurde zumindest innerhalb der Gemäuer des Zhalam Landgutes offen behandelt. Kein Mitglied der Familie hätte jemals daran gedacht, sich den Friedensbringern anzuschließen, jedoch stieß die übertriebene Sensibilität, mit der das Thema in Eterna behandelt wurde, bei der Familie Zhalam auf Unverständnis. Denn wie könne man den Feind besser zu besiegen, als wenn man lernt, wie er zu denken?

Als sie den 7. Schülergrad erreicht hatte, verließ Ayela das stattliche Anwesen ihrer Eltern und wurde wie die meisten jungen O kosh in den Außendienst versetzt und lernte fortan bei ihrer grauen Eminenz Taja, welche den saloppen Umgang ihrer Schülerin mit dem Leben nicht immer guthieß und sie stets zu etwas mehr Mitgefühl und Menschlichkeit erziehen wollte. Dank der Erziehung, die Ayela genossen hatte, schien dieses Vorhaben allerdings wenig zu fruchten. So dachte sich Taja folgenden Schülerfluch aus: Alles, was sie  zu jener Zeit tat, wurde zwangsläufig „süß und putzig“. Dieser “Lernanreiz” führt auch dazu, dass sie sich schon bald dieses Fluches entledigte.

Erst vor Kurzem brachte ein Friedensbringer namens Maruul nicht nur Ayela, sondern auch Schwertführerin Irlana und Schwertmeister Korvan in seine Gewalt. Er folterte Irlana und Korvan vor Ayelas Augen, um sie dazu zu bringen, sich seiner Sache anzuschließen. Sie konnten entkommen, dennoch hinterließ das Erlebte tiefe Wunden. Mit Sicherheit war ihre sehr freie Auslegung der Gildensatzung der Grund für Maruuls Übergriff. Noch heute plagen sie Alpträume und zum ersten Male in ihrem Leben spürt Ayela ihr Gewissen.

Inzwischen auf dem 8. Schülergrad, konzentriert sich Ayela bereits auf Ihre Meisterarbeit, die Uni-Thesis der Magie. Durch die Arbeit kann sie sich vom Geschehenen ablenken. Der aktuelle Fluch, eine zweite Stimme, die sie auf Fehlverhalten oder Gefühlskälte hinweist, scheint Ayela ein wenig ruhiger zu machen und sie beginnt, ein wenig mehr Mitgefühl gegenüber den Schülern und anderen Mitgliedern der Delegation zu zeigen. Ist dies aber nur der Fluch oder konnte  die Erziehungsmaßnahmen der Meisterin Taja Afarit und das Erlebte tatsächlich Veränderungen in Ayela hervorrufen?

Mit Erreichen des 9. Schülergrades ist Ayela sehr motiviert, den Meistergrad zu erhaltet und arbeitet in jeder freien Sekunde an der Unithesis der Magie. Wenn ihre Konzentration gestört wird, dann durch Nachrichten des  besorgten Bruders über den Vater, der seine Zeit fast ausschließlich nur noch im Rat verbrachte…