Ala’ al Din bin Malak Noor bin Abdulbaki al Adjan – Todesritter Taja Afarits

Ich wurde in einem kleinen Herrenhaus in Ariva geboren. Einer Hafenstadt die unsere Familie bereits seit deren Gründung bewohnte. Mein Vater war ein weiser und angesehener Mann, der sich stets bemühte den schlechten Ruf der meiner Familie anhaftete zu mindern. In der Tat sagte man meiner Familie nach dass sie der Dunkelheit entsprungen sei, vielleicht wegen des Stammesnamens Adjan (=dunkel), vielleicht auch aus Gründen die mir mein Vater nie erzählt hat. Aus irgendeinem Grunde nannte er mich Ala’ al Din (=Vorzug des Schicksals), was meinen Werdegang in ein ganz anderes Licht stellen könnte wenn man es genau bedenkt.

Ala' al Din bin Malak Noor bin Abdulbaki al Adjan - Todesritter Taja Afarits
Ala’ al Din bin Malak Noor bin Abdulbaki al Adjan – Todesritter Taja Afarits

Nun ja ich wuchs trotz meines sonderbaren Namens und meines mehr als unerklärten Stammbaumes sehr behütet auf. Meine Eltern führten eine dieser seltenen Ehen welche aus Liebe geschlossen und diese Liebe glühte in ihnen und sie gaben sie durchaus an mich weiter.

Als ich aber sechzehn Sommer zählte wurde mein Leben aus dem Gleichgewicht gerissen. Es muss um die erste Stunde gewesen sein als ich erwachte und einen eiligen Reiter näher kommen hörte. Kurz darauf hämmerte es gegen das Tor unseres Hauses als wäre der Teufel persönlich hinter dem Reiter her. Es wurde ihm geöffnet und kurz darauf brach in unserem Hause das Chaos los.

Übereilt begannen die Dienstboten unsere Habseligkeiten zusammen zu tragen. Mein Vater selbst spannte die Pferde an und meine Mutter versuchte ihre liebsten Erbstücke zu retten. Wir packten einen kleinen Heuwagen mit dem nötigsten darauf und nur zwei unserer Diener begleiteten uns auf unserer Flucht.

Mein Vater sprach die ganze Nacht kein Wort zu uns. Weder zu meiner Mutter noch zu mir. Auch den nächsten Tag über sprach er nicht, sondern lenkte nur ruhig und bedächtig den Wagen. Doch gegen Abend hielt ich es nicht mehr aus. Ich platzte förmlich vor Wut die aus Trauer über den Verlust meines alten Lebens erwachsen war und herrschte ihn an als ich die Frage nach dem Warum stellte.

Mein Vater war schon immer ein ruhiger Mann gewesen und so kam es dass er mich nicht rügte sondern nur durchdringend ansah. Der Blick brachte mich sofort zum schweigen. Wahrscheinlich hätte ich nicht einmal ein zweites mal nachgehakt, doch er begann zu sprechen.

„Ich habe einen schweren Fehler begangen als ich das Erbe unserer Familie antrat. Nicht umsonst sagt man unserem Geschlecht viele üble Dinge nach. Ein dunkler Schatten lag schon seit vielen Jahren über unserer Familie. Doch nun haben sie uns gefunden. Sie fordern einen neuen Sprössling. Doch keine Angst mein Sohn ich werde dich nicht der Finsternis übergeben!“

Ich müsste lügen wenn ich behaupten würde ich hätte damals irgendetwas von dieser Aussage verstanden. War unsere Familie im Bunde mit Dämonen? Was wollten sie? Etwa mich? Mein Vater erkannte wohl meine Verwirrung und holte etwas weiter aus.

„Du hast doch sicher schon von der Gilde der O kosh not Un gehört. Sie sind die Beherrscher von Leben und Tod, doch nutzen sie ihre Macht weise und mit bedacht. Sie bilden diejenigen aus die Wissen suchen um diese Welt besser zu machen, solche die für das Wissen leben und solche die es hüten. Doch keiner vermag in die tiefsten Abgründe eines Menschen zu sehen und Charaktere verändern sich im laufe der Zeit. So kam es dass einige sich von der Gilde abwandten und ihr Wissen stahlen. Sie nannte sich die Friedensbringer, doch waren ihre Absichten weit anders als ihr wohlklingender Name. Von Ignoranz, Arroganz, Habgier und Selbstsucht getrieben schmiedeten sie ein Bündnis um die Macht an sich zu reißen. Sie scheiterten zwar bisher, doch gibt es sie noch immer…. Ich sehe nun verstehst du wer unsere Linie begründete. Dein Großvater wandte sich damals von ihnen ab mit dem Versprechen ihnen, wenn er in Frieden leben könnte dafür ein Kind aus jeder Generation zu übergeben. Nun du bist aber mein einziges Kind! Und ich bin nicht gewillt dich in die Dunkelheit zu stoßen! Hüa!!!“

Er trieb unsere Pferde zum Galopp an und  wir preschten weiter Richtung Süden. Weit in den Süden von Eterna. Dorthin wo die Gilde der O kosh not Un den Ort bewohnt, den sie Zuflucht nennen. Nach einer langen beschwerlichen Reise durch Wüste und Steppe erreichten wir jenes malerische Gebirgstal. Zuerst war ich erschrocken als ich erkennen musste was die Arbeiter auf den Feldern, die Wachen an den Toren und die Träger der Händler wirklich waren. Sie waren alle Tod! Wandelnde Tote bewohnte dieses Land und bewirtschafteten es, niemals hätte ich gedacht dass ich irgendwann selbst einmal diesen Wesen gar nicht so unähnlich seien würde.

Wir fuhren bis an das Ende des Tales. Wir wurden öfter aufgehalten, doch offenbar hatte mein Vater bereits Vorbereitungen für eine solche Flucht getroffen und wir konnten überall zügig passieren.

Ich weiß nicht genau was mein Vater mit den Präfekten und Magiern besprach, doch konnten wir Schlussendlich in der Zuflucht bleiben.

Was mich dort zunächst beschäftigte war der strenge Unterricht an der dortigen Schule. Offensichtlich legte man in diesem Land viel Wert auf Bildung, was allerdings in einem von Magiern beherrschten Landstrich auch nicht so ungewöhnlich sein dürfte…

Mein Vater erkranke kurz nach unserer Ankunft sehr scher und schon bald wurde klar, dass es sich bei dieser Krankheit um einen Fluch und nicht eine normale Krankheit handelte. Er hatte das Versprechen meines Grovaters gebrochen und nun musste er dafür bezahlen. Er war sehr erpicht darauf dass ich das Versprechen nicht doch noch einlöste und nahm seinen Tod bereitwillig in Kauf. Zwei mal versuchte ich davon zulaufen, doch die Toten und lebendigen Wachen der Zuflucht erwischten mich jedes mal noch bevor ich das zweite Tor erreicht hatte. Mein Vater hatte eben an alles gedacht.

Als er schließlich starb hatte ich einen unbändigen Hass gegen die Friedensbringer entwickelt, was auch der Grund für meinen Eintritt in die Armee war.

Ich wurde ein guter Soldat. Allerzeit bereit für den Kampf den die O kosh not Un gegen die Vorurteile und Diejenigen die sie begünstigten (also jene die für den Tod meines Vater verantwortlich waren oder dieses Schicksal anderen antuen würden) führten.

Meine Erlebnisse in dieser Zeit stärkten in mir den Wunsch mehr für diese Welt zu tun. Mehr für die Menschen zu tun und sie vor Übel obgleich welcher Art beschützen zu wollen. Doch ein Menschenleben reicht dafür nicht aus und so beschloss ich mich als Todesritter bei einem der höherrangigen Magier zu bewerben.

Es dauerte nicht lange und meinem Ersuchen wurde von einer Dame namens Taja stattgegeben. Nun bin ich ihr Ritter und habe die Möglichkeit mit ewiger Kraft diese Welt Stück für Stück besser zu machen.